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Auf dieser Seite fasse ich meine Nachforschungen zur Entstehung einer Blasmusik zusammen, die heute vielfach als Böhmische Blasmusik oder als Spielen von Traditioneller Blasmusik verstanden wird. Durch weitere Nachforschungen wird diese Seite auch laufend ergänzt.

Geschichte und Abhandlung zur Traditionellen Blasmusik:

Die Musik wie Sie von den Kapellen im Böhmischen Stil gepflegt wird hat Ihren Ursprung nicht in den letzten 50 Jahren. Hier müssen wir noch etwas weiter zurückgehen. Diese Art von Musik ist eng zu verbinden mit der Glanzzeit der österreichischen Mitlitärmusik Dies ist die Zeit von 1866 - 1918. Kurz bezeichnet man diese Zeit auch die Zeit der "k u. k Donaumonarchie".

Durch die Auflösung der Musikbanden bei den Waffengattungen Jäger, Artillerie und Kavallerie war die Infanterie, der nun auch die zahlreichen Musiker der aufgelösten Kapellen zuströmten, zur alleinigen Trägerin der österreichischen Militärmusik geworden. Mit Zirkularverordnung vom 28. Oktober 1869 wurde die Institution der Musik - Eleven - ins Leben gerufen, derzufolge musikkundige und begabte Knaben schon mit 15 Jahren zu den Regimentskapellen aufgenommen werden konnten. Ihre Zeit galt aber noch nicht als aktive Militärdienstleistung. Die Musikeleven trugen militärische Uniform und erregten damit bei Ausmärschen und Konzerten stets das Interesse schaulustiger Zuhörer.

Schon in früheren Zeiten, da die Nachwuchsfrage noch nicht so akut gewesen war, hatten verschiedentlich Projekte zur Errichtung von Anstalten für die Ausbildung von Militärmusikeren bestanden. So etwa hatte im Jahre 1851 der Prager Artilleriekapellmeister F.W. Swoboda einen Verein zur Beförderung der Militärmusik initiiert, dessen Militärmusikschule nach Swobodas Tod (1856) der Prager Militärkapellmeister, Musikdirektor Johann Pavlis sen. (1819 - 1880) weiterführte. In Wien bemühte sich anfangs der fünfziger Jahre der Professor der Trompetenklasse am Konservatorium und ehemalige Kavallierie-Kapellmeister Cölestin Netrafa um die Errichtung einer Militärmusikschule. Alle Anregungen über die Entwicklung von Militärmusikschulen kamen also stets aus den Reihen der Militärmusik selbst.

Das bedeutendste Projekt dieser Art war indessen jenes, um dessen Realisierung sich der damals in Wien weilende Komponist Wilhelm Westmeyer zu Ende des Jahres 1869 bemühte.

Daß die Militärkapellen in dieser Zeit der Gründung von Militärmusikschulen nichts von ihrer Anziehungskraft und ihrem musikalischen Niveau einbüßten war sicherlich nicht zuletzt der Tüchtikgeit ihrer Kapellmeister zu verdanken.

Die Einrichtung der Musikeleven blieb in der österreichischen Militärmusik bestehen bis in die Zeit des ersten Weltkrieges. Sie mag sich bewährt haben, denn vorzügliche Musiker und zahlreiche spätere Militärkapellmeister sind aus ihr hervorgegangen.

Vielleicht ist die Orientierung an dieser Ausbildung auch in heutiger Zeit nicht unbedingt abzuweisen.?!

Die österreichische Militärmusik besaß hohes künstlerisches Niveau und Ansehen, was die abermalige Zuerkennung des 1. Preise bei der (anläßlich der Feier zur 50. Wiederkehr des belgischen Unabhängigkeitstages am 25. Juli 1880 während der Weltausstellung in Brüssel stattgefundenen Mitlitärmusik-Konkurrenz nachdrücklich dokumentiert.

Der Erfolg der österreichischen Militärkapelle (Musikkapelle des 36. österreichischen Infanterie-Regiments in Prag) in Brüssel war - auch außerhalb des Konkurrenzspiels - ein ungeheurer; überall wo die Kapelle auftrat wurde sie stürmisch akklamiert und mit Beifall und Blumen förmlich überschüttet.

Die mit dem 1. Januar 1883 vollzogene Errichtung von 22 neuen Infanterie-Regimentern (Nr 81-102) bedeutete nicht nur eine Vermehrung der Zahl der österreichischen Militärkapellen, sondern charakterisiert auch die letzte glanzvolle Periode in der Geschichte der österreichischen Militärmusik. Auch in dieser letzten Phase der Militärmusik bei der österreichischen Infanterie wurde deren Niveau und Ansehen vornehmlich durch profilierte Musikerpersönlichkeiten in Kapellmeisteruniform geprägt.

Kapellmeister und Musiker aller - auch der ungarischen, kroatisch-slawonischen und galizischen Regimenter - stammten fast gänzlich aus den deutschen und böhmisch-mährischen Ländern der Monarchie ab, zumal die in diesen Ländern vorherrschende Musikbegabung und Vorliebe für Blasinstrumente fraglos mit die Ursache des beachtlichen künstlerischen Standes der österreichischen Militärmusik darstellte. Auf einzelne Persönlichkeiten und einzelne Regimentskapellen werde ich im laufenden Fortgang dieser Abhandlung noch eingehen. Ebenso auf die zahlreichen Schätze von Kompostitionen die aus dieser Zeit hervorgingen.

Um es auf eine einfache Formel am Schluss dieses ersten Teils zu bringen: Die Tschechen sorgten für Melodie und Charme der Polka. Die Wiener sorgen für das Unverkennbare im Wiener Walzer. Die Ungarn haten das östliche Temperament im Blut und die Deutschen sorgten mit preussischen Tugenden für Präzision.

All diese Tugenden vereinte in neuerer Zeit auch Ernst Mosch und seine Egerländer Musikanten.

Forsetzung folgt........